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PDA Nr. 284 (Palm Nr. 152): Aceeca PDA32

By oliver | November 30, 2012

Der letzte neue PDA mit PalmOS kam nicht etwas von Palm selbst (die haben nach dem TX 2005 nur noch Smartphones gebaut), sondern stammt von Aceeca:

Dieses, aus 2010 stammende Gerät markiert also das Ende der PalmOS-PDAs…

Auf den ersten Blick fällt (neben der Palm-untypischen Hardware) das PalmOS auf. Installiert ist PalmOS 5.4.0 (Garnet) – allerdings sieht das Ganze aus, als hätte man ein unmodifiziertes ROM aus dem offiziellen Garnet-Emulator benutzt:

PDA32

PalmOS Garnet-Emulator.

Optische Unterschiede: Keine.

Kleinere Anpassungen gibt es natürlich. Dazu zählt eine Backup-Software, die nach dem Abschalten des PDA32 den RAM-Inhalt automatisch in den Nicht-flüchtigen Flash-Speicher sichert.

Anfangs ist es etwas befremdlich, dass sich der PDA32 nach dem Ausschalten nach ein paar Sekunden von selbst wieder einschaltet, das Backup aktualisiert und sich dann wieder abschaltet.

 

Hardwaremäßig fällt auf, dass die vier obligatorischen Hardwaretasten zum Starten von Programmen fehlen. Stattdessen gibt es links des Fünf-Wege-Navigators den An-/Aus-Schalter und rechts einen Knopf zum Einstellen der Displayhelligkeit.

Die Rückseite ist etwas angeraut, wodurch der PDA32, trotz seiner stattlichen Größe, recht gut in der Hand liegt. Einziger Kritikpunkt ist die Position des Stylus. War er bei allen Palms auf der rechten Seite (sinnvoll für Rechtshänder), sitzt er beim PDA32 auf der linken Seite – wodurch Rechtshänder (die den PDA ja in der linken Hand halten) immer umständlich um das Gerät herumgreifen müssen. Hätte man anders lösen können; zumal im Gehäuse (wie wir später sehen werden) mehr als ausreichend Platz gewesen wäre.

An der Oberseite findet sich ein SD-Slot und diverse Abdeckungen. An der Position der rechteckigen Abdeckung direkt über dem SD-Slot ist bei den besser ausgestatteten Modellen eine IrDA-Schnittstelle; an der Stelle runden Abdeckung sollte es eine Stereo-Klinkenbuchse als optionales Zubehör geben – diese Option ist aber immer noch nicht verfügbar (und ich bezweifele, dass sie es jemals sein wird).

An der Unterseite befindet sich als Sync- und Ladeanschluß eine Mini-USB-Buchse. Meines Erachtens eine sinnvolle Veränderung – damit braucht man kein exotisches Datenkabel mehr.

Sehen wir uns mal das Innere des PDA32 an:

Das Gehäuse öffnet sich etwa in der Mitte – die Oberseite wird von Platine und Display belegt während die Unterseite von einem großen Akku und einem Piezo-Lautsprecher belegt ist.

Der Akku ist mit 2600 mAh sehr großzügig dimensioniert. So sind Laufzeiten möglich, von denen man mit einem Palm TX nur träumen kann.

Die Vorderseite ist recht leer. Auffällig ist eine Pfostenreile auf der linken Seite. Hier wird vermutlich das BT-/WLAN-Modul aufgesteckt (das mit dieser Platinenversion nicht kompatibel ist!). Ebenso auffällig sind die unzähligen Testpunkte auf der Platine, an denen sich irgendwelche Signale abgreifen lassen…

Die Rückseite der Platine ist da schon deutlich aufschlußreicher.

Hier finden sich oben zwei zwei mal 64 MB Flashspeicher von Hynix, und darunter 1 GB NAND-Flash von Samsung und die CPU (Samsung S3C2440-AL mit 400Mhz, die aber nicht mit der Leistung eines XScale 270 – wie er zum Beispiel im Palm LifeDrive oder im Palm TX verbaut wurde, mithalten kann).

Auch interessant ist der winzig kleine Chip links neben den Flash-Chips, den ich fast übersehen hätte, wenn mich ein Sammlerkollege nicht darauf hingewiesen hätte: Dort ist ein Maxim Max4410 verbaut. Laut Datenblatt ist das ein Stereo-Treiber für Kopfhörer. Eigentlich unverständlich, warum es keine Kopfhörerbuchse gibt, wenn der entsprechende Chip auf der Platine zu finden ist?

Direkt darüber ist Platz für die Kopfhörerbuchse freigehalten worden (Dort befindet sich auch der runde Blindstopfen im Gehäuse) – sie wurde und wird nur einfach nicht bestückt. Anfrage bei Aceeca hierzu ergab nur: “ The PDA32 has an internal speaker but is only capable of simple beeps and tones. It is unlikely that anything else will be supported.“ 

Es ist also auch nicht zu erwarten, dass hier jemals ein Mikrofon sitzen wird. 

Entfernt mal die Platine aus dem Gehäuse, kann man das Display, dass mit vier Schrauben befestigt ist, ausbauen:

Jetzt wird auch klar, warum der PDA32 so dick ist: Das Display sitzt in einem robusten Gummirahmen der wiederum mit einem massiven Alurahmen am Gehäuse befestigt ist. Die ganze Konstruktion ist über einen Zentimeter dick! Ob diese Maßnahmen wirklich wirksam verhindern, dass das Display bei einem Sturz zu Bruch geht?

Falls sich jemand für den Hersteller des Displays interessiert…

 

Kommen wir zum Fazit. Ist der PDA32 eine Alternative zu den PDAs von Palm, die ja auch immer älter werden und keinen Support mehr vom Hersteller zu erwarten haben?

Die Hardware an sich geht in Ordnung und liegt gut in der Hand. Größe und Gewicht entsprechen am ehesten einem Palm LifeDrive – ein Palm TX ist deutlich zierlicher und dünner.  Das Display des PDA32 ist deutlich kleiner als dass der beiden Palms (3,2 Zoll beim PDA32 zu 3,9 Zoll bei TX und LifeDrive), wirkt subjektiv aber brillanter und heller. Positiv sind auch die IrDA-Schnittstelle und der Mini-USB-Anschluss zu nennen. Beides sucht man bei aktuelleren Palm-PDAs (die aber auch schon mehrere Jahre alt sind) meist vergeblich.

Problematisch ist das nicht richtig angepasste PalmOS in einer praktisch nicht verbreiteten Version (5.4.0) und das vollständige Fehlen von Audio-Aus- und -Eingabe (von Pieptönen auf dem Niveau eines Palm III abgesehen). Auch der Verzicht auf die typischen Anwendungstasten kann bei diversen Programmen zu Problemen führen. Auch ist der Fünf-Wege-Navigator nur rudimentär ins PalmOS integriert und funktioniert nicht immer so, wie man es von Palm-PDAs gewohnt ist.

Wer also unbedingt einen PDA mit PalmOS haben will, der vom Hersteller noch (einigermaßen) unterstützt wird, kommt um den PDA32 kaum herum. Wer einfach einen PalmOS-PDA sucht, der möglichst kompatibel zu allen PalmOS-Programmen ist, sollte eher zu einem Palm TX greifen.


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Alle Inhalte auf dieser Seite Copyright Oliver W. Leibenguth

Topics: neuer Palm | 4 Comments »

4 Responses to “PDA Nr. 284 (Palm Nr. 152): Aceeca PDA32”

  1. Mystic-X Says:
    Dezember 1st, 2012 at 22:26

    Deinem Fazit kann ich nur voll und ganz zustimmen!

    Was mich persönlich noch sehr nervt ist der Dicke Rand um das Display. Dieser erschwert das Tippen auf Randbereiche doch das ein oder andere mal…

    Wozu die allerdings 1GB Flash verbauen ist mir echt schleierhaft… OK, vielleicht war der im Endeffekt billiger als kleinere Speicher aber man hätte dann doch auch einfach etwas mehr Speicher für den Nutzer zur Verfügung stellen können?!
    Aber naja das ist halt Aceeca…

    Nach dem Update zeigt das Gerät aber auch ein Symbol für Bluetooth an, es könnte also sein das sich das auch in der Rev 0b nachrüsten lässt? Ich frag da nochmal genauer nach.

    Ist dir eigentlich schonmal aufgefallen das eines der Bilder von PDA32 die im Netz rumgeistern. ( http://s2.blomedia.pl/komorkomania.pl/images/2010/04/Aceeca-PDA32.jpg ) offensichtlich einen Screenshot von einem Palm Gerät zeigt? Schon frech was da so alles vorgegaukelt wurde was bis heute nicht geht. Landscape Mode usw….

    btw schonmal versucht das ROM von Aceeca im Simulator zu starten?

  2. oliver Says:
    Dezember 2nd, 2012 at 08:09

    Ja, der Rand ist wirklich recht nervig…

    Diese Bilder mit dem Palm-Screenshot kenne ich – schätze mal, dass das Fotos vom Dummys oder komplett gerenderte Bilder sind. Zumindest entspricht der PDA32 auf den Bildern nicht meinem (Ich habe kein Aceeca-Logo auf dem Displayrand, meine Power-Taste ist um 180° gedreht, der mittlere Knopf im 5-Wege-Navigator sieht anders aus und die Mikrofonlöcher sind bei mir rechts nur angedeutet).

    Das Aceeca-Rom in den Simulator stecken? Nein. Glaube auch kaum, dass das funktioniert.

  3. Clie_Fan Says:
    Februar 19th, 2014 at 09:40

    Hello Oliver:

    Great site. I have also been looking at the Aceeca PDA32.

    I have located a stereo plug module that fits the space on the PCB – Connect-Tech CTP-35009-SMT-1

    http://www.connect-tech-products.com/pdfbook/CTP-35009-SMT.pdf

    Do you think that something is needed at position D27 on the PCB? There are 4 tiny solder pads there.

    I am planning to buy a CTP-35009-SMT-1 and solder it in place to see if it works.

  4. oliver Says:
    Februar 19th, 2014 at 20:29

    I don’t know if that will work.
    There *is* that Maxim 4410 Stereo-Headphone-Driver (Datasheet: http://www.maximintegrated.com/datasheet/index.mvp/id/3459) but there *is* that statement from Aceeca that „more than beeps“ is not supported. So it is possible that there’s nothing in the provided PalmOS-Rom to generate more than beeps :-\

Comments

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