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Zen of Palm – Tag 0

By oliver | November 23, 2012

Um zu verhindern, dass ich mich irgendwie davor drücke, das durchzuziehen, habe ich heute mit dem Selbstversuch begonnen.

Freitag ist dafür sehr praktisch, da ich (fast) nur einen halben Arbeitstag und zwei Tage Wochenende vor mir habe. Am Wochenende bin ich eh seltener online und erhoffe mir etwas weniger Probleme bei den ersten Tagen des kalten Smartphone-Entzugs 

Die Vorbereitungen gestern Abend waren perfekt: Der Akku des Telefons ist voll, der Pilot hat neue Batterien, die wichtigsten Termine für die nächsten Tage sind gespeichert (Graffiti kann ich interessanterweise immer noch flüssig schreiben). Kann ja eigentlich nichts mehr schief gehen.

Dachte ich zumindest…

Die erste Ernüchterung kam schon auf dem Weg zur Arbeit: Die Musik kommt normalerweise aus dem Smartphone via A2DP ins Autoradio. Aber nur, wenn man sein Smartphone dabei hat. Mangels CDs im Auto war ich also genötigt, Radio zu hören 

Im Büro hatte ich zum Glück genug zu tun, um das Fehlen des Smartphones nicht wirklich zu bemerken. Nur beim Verlassen des Büros ertappte ich mich jedesmal dabei, das Smartphone in die Tasche stecken zu wollen. Aber die dafür reservierte Stelle des Schreibtisches war heute leer.

Meinen Pilot musste ich heute nur einmal aus der Tasche kramen – schon erstaunlich, wie viele Termine man sich merken kann, wenn man muss 

Richtig nervig sind das Fehlen von Twitter, eMail und meiner RSS-Feeds. Nichts, was man wirklich braucht; aber halt Dinge, an die man sich gewöhnt hat und die irgendwie zur täglichen Routine gehören. Ich hab‘ ständig das Gefühl, irgendwas am Smartphone nachgucken zu müssen und erschrecke jedes mal, weil das Scheißding nicht da ist. (Ruuuuhig Brauner, nicht verschlampt/verlegt/geklaut. Das Smartphone liegt zuhause auf dem Schreibtisch. Ruuuuuuuuuhig, Brauner!). Raucher auf Entzug kennen das Gefühl…

Alles in allem war der halbe Tag heute aber nicht ganz so schlimm, wie ich befürchtet habe   Aber ich merke jetzt schon, wie abhängig ich mich von dem Ding mache.

Das Wochenende ist unproblematisch – spannend wird es also ab Montag.

 

…to be continued…

 


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Alle Inhalte auf dieser Seite Copyright Oliver W. Leibenguth

Topics: Allgemein | 6 Comments »

6 Responses to “Zen of Palm – Tag 0”

  1. Jörg Says:
    November 23rd, 2012 at 18:24

    Das ist aber auch wirklich Hardcore mit einem Pilot 5000. ;-) Radiohören ist teilweise genauso hirnerweichend wie fernsehen. Aber es gibt gute Spartensender, auch in deiner Gegend.
    Nur nicht aufgeben, ich drücke die Daumen.

  2. oliver Says:
    November 23rd, 2012 at 21:22

    Genau genommen ist es sogar mein Pilot 1000 geworden. Dem 5000 hatte ich mal das Flash-Upgrade und PalmOS 4.1 spendiert. Das erschien mir dann nicht asketisch genug ;-)
    Der 1000 ist komplett original mit sagenhaften 128KB Ram…

  3. Wolfgang Klein Says:
    November 25th, 2012 at 12:31

    Es stellt sich doch die Frage, wie es Fratzenbuch & Co geschafft haben, bei den Benutzern das Gefühl der Unverzichtbarkeit aufkommen zu lassen.

    Ich selber habe kein FB-Konto und ich zwitschere auch nicht. Ich lade auch keine Videos auf DuRöhre hoch, um der ganzen Welt mehr oder weniger peinliche Momente aus meinem Leben zu zeigen.

    Und obwohl ich diese sogenannten „Sozialen Medien“ nicht nutze, habe ich nicht das Gefühl, etwas zu vermissen oder von der Welt ausgeschlossen zu sein. Ich brauche keine virtuellen Freunde irgendwo auf der Welt, denn ich habe reale Freunde in meiner Nähe. Wenn wir etwas voneinander wissen oder und verabreden wollen, rufen wir einander an oder schreiben eine e-mail, die der Empfänger dann nach Belieben beantworten kann, d.h. wenn er (oder sie) Zeit dafür hat. In ganz dringenden Fällen ist es auch schon mal eine SMS.

    Wenn ich die Aufregung, die Fratzenbuch & Co verursachen, betrachte, kommt mir immer der Vergleich mit kreischenden kleinen Mädchen bei einem Konzert ihres angehimmelten Schwarms, der nur wenig älter ist als sie selber, in den Sinn. Anders als mit einer Art Massen-Hysterie kann man das Phänomen nicht wirklich erklären.

    Und ich finde es sehr bedenklich und auch bedauerlich, daß ich nach dem Kauf und ersten Inbetriebnahme eines neuen Telefons als erstes dazu aufgefordert werde, meine Daten zu diesen sozialen Medien einzugeben. Seit dem diese Unsitte immer mehr um sich greift, kaufe ich kein Telefon mehr, das ich nicht im Laden ausprobieren kann: nur, wenn ein Betrieb ohne digitalen Seelenverkauf möglich ist, kommt ein „Schlau-Telefon“ für mich in Frage.

  4. oliver Says:
    November 25th, 2012 at 12:43

    Einen Facebook-Account habe ich nicht, werde ich mir aus Gründen auch nie zulegen. Twitter nutze ich schon, aber nur, um mit realen Freunden und Bekannten (die ich allerhöchstens einmal im Jahr live sehe), die über die ganze Republik verteilt sind, losen Kontakt zu halten. Virtuelle „Freunde“ habe und brauche ich keine.

    Diesen Facebook-Hype finde ich auch mehr aus befremdlich, zumal es mittlerweile etliche Webseiten und Dienste gibt, bei denen man sich (nur) mit den Facebook-Daten registrieren kann. Muss ich nicht haben.

    Ich bin heute beim dritten Tag ohne Smartphone und vermisse bis jetzt nicht viel. Jedenfalls nicht so viel, wie ich am Anfang des Experiments befürchtet hätte.

  5. Wolfgang Klein Says:
    November 25th, 2012 at 14:58

    Das schlimmste an Fratzenbuch und Co ist die Gedankenlosigkeit, mit der die allermeisten Benutzer damit umgehen. Etwas, das besonders junge Menschen am Anfang ihrer beruflichen Laufbahn bedenken sollten ist, daß Fratzenbuch schon viele Arbeits- und Ausbildungsverträge verhindert oder zur Auflösung bestehender Verträge geführt hat!

    Auch Firmen- und Personal-Chefs können heute mit einem Rechner umgehen. Ja, man sollte es kaum glauben, aber „die alten Säcke“ auf der anderen Seite des Schreibtisches, die auf dem Chef-Sessel sitzen, wissen mittlerweile, wie eine Suchmaschine zu bedienen ist. Und wer als alkoholisierter 17-jähriger mit peinlichen Fotos seiner letzten Party und/oder abfälligen Bemerkungen über bestimmte Firmen aufwartet, muss sich nicht wundern, wenn er mit 19 keinen Ausbildungsplatz findet.

    Leider ist dieser Zusammenhang zwischen Aktion und Reaktion etwas, das in den Schulen anscheinend nicht gelehrt wird. :-(

    Seltsamerweise, was ich für mindestens ebenso pervers wie die öffentliche Zurschaustellung des eigenen Privat- oder manchmal sogar des Intimlebens halte, ist, daß es mittlerweile Firmen gibt, die eine(n) Bewerber(in) *nicht* einstellen, wenn in der Bewerbung *kein* Fratzenbuch-Konto angegeben ist. Denn, wer nichts veröffentlicht, hat etwas zu verbergen und ist den Personalchefs damit natürlich suspekt!

    Ich fürchte, unsere Gesellschaft schlittert da in eine ganz gefährliche Entwicklung hinein. Vielleicht stecken wir aber schon bis zur Halskrause in der Gülle und merken es gar nicht.

    Helfen kann jedenfalls nur Aufklärung. Den Benutzern von Fratzenbuch, StudiVZ, Freundefinder und anderen sozialen Netzwerken muss klar werden, daß sie eben nicht Kunde des Unternehmens sind, sondern die Ware, mit der diese Unternehmen ihr Geld verdienen. Es muss den Leuten klar gemacht werden, daß auch ein Unternehmen wie FB immense Kosten hat, die irgendwie wieder reinkommen müssen. Kein Rechner dieser Welt, kein Server, kein Büro und kein Angestellter eines solchen Unternehmens wird aus reinem Altruismus betrieben und nur von guten Willen bezahlt. Alles kostet Geld, und wenn ein Benutzer eines solchen Systems dafür nichts zahlen muss, wer zahlt dann die Zeche? Die Antwort ist einfach, aber leider vergessen es die meisten der Benutzer oder verdrängen sie, weil es eine unangenehme Antwort ist: der Betrieb eines Unternehmens wie FB wird von denen bezahlt, denen FB die Daten seiner Benutzer verkauft! Ob es sich dabei um „anonymisierte“ Daten handelt, wie diese Unternehmen gerne behaupten, muss bezweifelt werden.

    Aber auch das sind Dinge, die den jungen Menschen leider nicht gelehrt wird in den Lehranstalten, in denen man doch angeblich für das Leben lernt. :-(

  6. Zen of Palm – Tag 11 | Olivers virtuelles PDA-Museum Says:
    Dezember 4th, 2012 at 21:03

    […] ziemlich genau 11 Tagen habe ich mit dem Versuch begonnen, ohne Smartphone und ohne Dauerberieselung durch irgendwelche […]

Comments

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