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papierloses Geocaching mit dem Palm Pre

By oliver | April 13, 2011

Ich habe ja schon vor mehr als drei Jahren die Vorzüge des papierlosen Geocachings (damals mit einem Palm Treo) beschrieben.

Die Zeiten ändern sich, die Smartphones auch. Da das Thema offenbar immer noch auf breites Interesse stößt (sagen zumindest die Logfiles), wird es Zeit, die Anleitung an aktuelle Gegebenheiten und Möglichkeiten anzupassen. Auf einem Smartphone wie dem Pre, das praktisch immer online ist, entfallen dabei einige Schritte, die man vorher am heimischen PC durchführen musste.

Alles, was wir brauchen, finden wir im AppCatalog von HP-Palm:

Geocaching for webOS – gut und kostenlos. Kann Caches suchen, Cachebeschreibungen (incl. Bildern und Hints) und Logs anzeigen, Wayponts verwalten und einen Kompass mit Richtungsanzeiger zum gewählten Ziel anzeigen. Als Extra-Gimmick kann man die gefundenen Caches gleich an Ort und Stelle auf Knopfdruck loggen.

MapTool (kostenlos) bzw. MapTool Pro (1-2 Euro) für alles andere, was „Geocaching for webOS“ nicht kann : Kartenansicht (OSM-Karten), Geogetaggte Bilder aus Flickr und Panoramio anzeigen, Routen zu Koordinaten berechnen und anzeigen, Tracks aufzeichnen und verwalten undundund.

Zusätzlich kann ich noch die Geocaching Toolbox empfehlen (auch kostenlos). Damit lassen sich neben diversen Codes (ROT 13 etc.) auch Wegpunktprojektionen durchführen (also sowas wie: „Gehe von Koordinate XY 450 Meter in einem Winkel von 127 Grad“. Die Toolbox erspart das mühsame abgehen und raten und berechnet aus den gegebenen Informationen die Zielkoordinaten.)

Kommen wir zur Bedienung der Programme:

Nach dem Starten von „Geocaching for webOS“ (GPS einschalten nicht vergessen) landet man in der Startansicht:

In dieser Ansicht kann man auf alle erdenklichen Wege nach Geocaches suchen: Nach Koordinaten, Umgebungssuche um den eigenen Standort, nach Namen, Schlüsselworten oder dem GC Code. Man kann sogar gezielt nach Caches suchen, die ein anderer Cacher geloggt hat.

Hat man die gewünschen Suchkriterien eingegeben, erscheint kurz darauf das Ergebnis als übersichtliche Liste. Dabei wird gleich die Difficulty- und Terrainwertung, die Größe der Cachebox und (wenn man einen GPS-Fix hat) die Entfernung zum Cache angezeigt.

Ein Tip auf den gewünschten Cache zeigt eine weitere Übersichtsseite, auf der – neben den Cachekoordinaten) auch eine Karte der Umgebung, sowie die Cachebeschreibung angezeigt wird.

Ein Tip auf das „i“ am unteren Displayrand zeigt weitere Informationen zum aktuellen Cache an.

Ein Tip auf die Lupe öffnet eine Seite auf der die letzten Logs für den ausgewählten Cache angezeigt werden.

Ein Tip auf das dritte Symbol öffnet schließlich den Kompass, der einem (normalerweise) die richtige Richtung und die Entfernung zum Cache anzeigt. Sind in einer Cachebeschreibung mehrere Waypoints angegeben, lassen sich diese hier direkt auswählen.

Ein Tip ins Menü und die aktuellen Cache-Koordinaten werden an Google Maps oder an das MapTool (Damals hieß das noch „Mapping Tool“) übergeben.

Dort kann man – neben den Cache-Koordinaten) noch eine Fülle an Dingen anzeigen lassen: Bilder aus Panoramio und Flicker, die mit einem Geotag versehen sind, lassen sich einblenden, man kann sich eine Route zum Ziel berechnen und anzeigen lassen, man kann Tracks aufzeichnen und es lassen sich Kartenausschnitte auf dem Pre speichern, um sie ohne Netzzugang benutzen zu können (Einige Funktionen gibt’s nur in der Pro-Version).

Auch das MapTool bietet reichlich Möglichkeiten, Geocaches zu suchen (und zu finden )

 

Mit beiden Programmen zusammen ist man zum Geocachen eigentlich bestens gerüstet – soweit die technischen Möglichkeiten und Beschränkungen dies zulassen:

– Für diesen Weg braucht man zwar keinen heimischen PC, der die Vorarbeit leistet – dafür ist ein mobiler Internetzugang unumgänglich. Man braucht also idealerweise eine Datenflatrate und zumindest dort, wo man die Cachedaten abruft, eine stabile Internetverbindung (sind die Daten erstmal auf dem Pre, funktioniert das reine Nachlesen und die Nutzung des Kompasses natürlich auch ohne Internet)

– der GPS-Empfänger des Pre ist in Sachen Empfangsempfindlichkeit und Genauigkeit nicht unbedingt in der Oberliga zu finden. Zur Straßennavigation und zum Cachen im freien Gelände ist er vollkommen ausreichend, bei schwieriger Empfangslage (dafür reicht es schon, ein paar Schritte in einen Wald zu laufen) nimmt die Abweichung zwischen gemessener und tatsächlicher Position immer weiter zu – und mitten im Wald mit 20 oder 30 Meter Abweichung hat man die gleichen Chancen den Cache zu finden, wie jemand ohne GPS…

– Der Akku des Pre ist wahrlich kein Dauerläufer. Mit eingeschaltetem GPS und evtl. eingeschaltetem UMTS kann man fast dabei zusehen, wie die Akkustandsanzeige schwindet. Steht man dann mit leerem Akku mitten in der Pampa, ist Feierabend – wenn man nicht gerade einen Ersatzakku dabei hat.

– der Vorteil liegt natürlich auf der Hand: Man kann immer und überall schnell nachsehen, ob sich ein Geocache in der Nähe befindet, kann sich Beschreibung, Hints und Spoilerbilder ansehen und ggfs. auch mal schnell im Internet die Lösung eines Rätselcaches suchen. Außerdem muss man keine zusätzliche Hardware auf Verdacht mitschleppen; den Pre hat man ja eh immer dabei 

Fazit:

Mit modernen Smartphones wird das Geocachen deutlich einfacher und bietet gerade Anfängern brauchbares Material, um mal in die Materie hinein zu schnuppern. Ambitionierte Schatzsucher sollten aber weiterhin auf auf empfangsstarke Navigationsgeräte zurückgreifen. Meine Frau benutzt ein uraltes Garmin Etrex zum Geocachen – Komfort ist bei dem Ding zwar ein Fremdwort, die Genauigkeit und und Empfindlichkeit des GPS-Empfängers schlägt meinen Pre aber jedesmal um Längen.

Ein Nachtrag für die technisch versierten Pre-Nutzer:

Der Entwickler von „Geocaching for webOS“ scheint das Programm nicht mehr weiter zu pflegen. Deshalb funktioniert die Koordinatenübergabe zum „MapTool“ nur mit der kostenlosen Version. Aber zum Glück ist das kein unlösbares Problem

Wer die „Pro“-Version besitzt, mit „Internalz Pro“ im Master Mode umgehen kann und es sich zutraut, eine Programmzeile zu ändern, sollte in der Datei „/media/cryptofs/apps/usr/palm/applications/com.georgo.org.precaching/app/assistants/compass-assistant.js“ diesen Codeteil suchen:

case ‚mappingtool‘:
var params = Geocaching.format4Maptool(this.parameters[‚waypoints‘]);
var abc = this.controller.serviceRequest(‚palm://com.palm.applicationManager‘, {
‚method‘: ‚launch‘,
‚parameters‘: {
‚id‘: ‚de.metaviewsoft.maptool‘,
‚params‘: Object.toJSON(params)
},
‚onFailure‘: function(text, value) {
this.controller.showAlertDialog({
‚onChoose‘: function(value) {},
‚title‘: $L(„Execution failure“),
‚message‘: $L({‚value‘: „This feature require external application ‚Mapping Tool‘. It can be downloaded from App Catalog.“, ‚key‘:’mappingtool_failure‘}),
‚choices‘: [{‚label‘: $L(„Close“), ‚value‘:’close‘, ‚type‘:’primary‘} ]
});
}.bind(this)
});

Dann lediglich die Zeile „‚id‘: ‚de.metaviewsoft.maptool‘,“ in „‚id‘: ‚de.metaviewsoft.maptoolpro‚,“ ändern und die geänderte Datei speichern. Danach klappt die Koordinatenübergabe auch mit der Bezahlversion des MapTools.

Macht das aber wirklich nur, wenn Ihr genau wisst, was Ihr da tut (und wisst, was passiert, wenn Ihr Mist macht). Ich übernehme keine Verantwortung, wenn Ihr dabei irgenwas verbockt 

 


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Alle Inhalte auf dieser Seite Copyright Oliver W. Leibenguth

Topics: HowTo | 3 Comments »

3 Responses to “papierloses Geocaching mit dem Palm Pre”

  1. Taurec42 Says:
    April 14th, 2011 at 05:55

    Sehr guter Artikel.

    BTW ich suche immer noch Leute die mir bei der übersetzung der Geocaching Toolbox ins Spanische und Französiche helfen.

  2. cuda0one Says:
    April 21st, 2011 at 00:29

    Ja, wirklich ein Top-Artikel. Vielen Dank dafür.

    Den Trick für das MaptoolPro habe ich getestet, leider startet immer noch „nur“ die non-Pro Variante. Auch löschen dieser Variante zeigt dann lediglich den Verweis auf das fehlende Programm an.

    Fehlt da noch ein weiter Eintrag?

    Danke für die Mühe.

  3. oliver Says:
    April 21st, 2011 at 06:29

    Stimmt. Mit meinem Patch klappt der Aufruf des MaptoolPro nur in der Kompass-Ansicht

    Es gibt praktisch identische Aufrufe in der „cache-assistant.js“, der „list-assistant.js“ und in der „waypoints-assistant.js“. Ändert man die analog zum o.a. Beispiel, klappt der Aufruf überall.

Comments

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